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DER NEU AUFGELEGTE LANDI-STUHL VON VITRA

DESIGN: HANS CORAY, 1938.

Der leichte, stapelbare Landi-Stuhl ist robust und witterungsbeständig. Technische Innovation, konsequenter Materialeinsatz, formale Reduktion und zurückhaltende Eleganz sind die Elemente, die den Landi-Stuhl über die Jahre zum Klassiker haben werden lassen, der heute so frisch wirkt wie eh und je.

PRODUKTION DES LANDI-STUHL.

MATERIALBESCHREIBUNG.

Hinweis: Der Landi-Stuhl lässt sich nach Originalentwurf senkrecht zu 6 Stück stapeln. Vitra stellt den Klassiker getreu dem Original und nach den neusten technischen Möglichkeiten her. Die eloxierte Aluminiumoberfläche des Stuhles ist langlebig und witterungsbeständig, kann aber durch das Aufeinanderstellen der Stühle Gebrauchsspuren erhalten.

Einsatzbereich: nur für den Einsatz im privaten Bereich empfohlen.

HIER GEHT`S ZUM LANDI STUHL

ZUM DESIGNERPORTRAIT VON HANS CORAY.

INTERVIEW ZUM LANDI CHAIR MIT ROLF FEHLBAUM.

„EIN GROßARTIGER WURF“.
IN SEINER STUHLKOLLEKTION FEHLTE DER LANDISTUHL. NUN HAT IHN VITRA WIEDER AUFGELEGT. ROLF FEHLBAUM SPRICHT ÜBER DIE RISIKEN UND DIE FREUDE AN EINEM SYMBOL DER MODERNE.

DIE HINTERGRÜNDE WESHALB DER LANDI-STUHL NEU AUFGELEGT WURDE.

Wann haben Sie sich konkret darum bemüht, den Landistuhl in die Kollektion aufzunehmen?

Vor fast dreissig Jahren, Ende 1985, sass ich mit Hans Coray, seiner Frau Henriette und unserem damaligen Entwicklungschef Egon Bräuning zusammen. Wir diskutierten, wie man den Stuhl besser produzieren könnte. Doch wir realisierten, dass das Projekt unter den damaligen Umständen nicht gelingen würde. 2002 fanden Gespräche mit Henriette Coray statt. Es ging damals um Werkzeugfragen und die Frage, ob Vitra den Stuhl zu einem angemessenen Preis anbieten könnte. Wir sahen zu diesem Zeitpunkt keinen Weg.

Weshalb ist eine sinnvolle Herstellung heute, dreissig Jahre später, möglich?

Ein mit uns vertrauter Hersteller ist technisch in der Lage, den Stuhl so zu produzieren, dass er unseren Ansprüchen genügt. Und zwar zu einem vernünftigen Preis, unter anderem, weil er für gewisse Arbeitsschritte Roboter einsetzt. Auch für Entwürfe von Jean Prouvé gilt, dass man dank Roboterschweissen gewisse Modelle wieder sinnvoll produzieren kann. Bei manueller Fertigung würden sie kostenmässig nicht in unsere Zeit passen.

Schlägt der Landi-Stuhl auch eine neue Sitztypologie vor?

Das Neue war die Schale, nicht die Sitztypologie. Der Einsatz von Alu war ungewöhnlich, aber Breuer hatte das Metall schon Jahre vorher eingesetzt. Doch die dreidimensional verformte Schale aus Aluminiumblech vorzuschlagen, das war revolutionär. Und das Metall macht das Schweizerische an dem Stuhl aus. Die ersten Aluwerke in Europa standen am Rheinfall, insofern war es ein modernes schweizerisches Material. Und es eignet sich ideal für den Aussenbereich. Es rostet nicht, ist leicht, der Stuhl ist stapelbar – da kam viel zusammen: ein grossartiger Wurf.

„MIR GEFÄLLT DIE DIREKTHEIT, DAS UNBEKÜMMERTE, JA EINE GEWISSE UNBEHOLFENHEIT IN MANCHEN DETAILS. DER LANDI-STUHL IST KEIN DURCHKOMPONIERTES DESIGNOBJEKT, SONDERN EIN WURF. DIE MODERNE MIT IHRER AUFFORDERUNG ZUM NEUBEGINN DRÜCKT SICH DARIN BEISPIELHAFT A

Die Bedeutung, die der Stuhl als Zeichen der Moderne einst hatte, erfahren wir als historische Referenz. Aber welche Bedeutung transportiert er heute, im Zeitalter der Post-Postmoderne?

Er ist nüchtern und schnörkellos, aber gleichzeitig beschwingt. Selbst seine dekorative Seite hat eine Funktion. Mir gefällt die Direktheit, das Unbekümmerte, ja eine gewisse Unbeholfenheit in manchen Details. Der Stuhl ist kein durchkomponiertes Designobjekt, sondern ein Wurf. Die Moderne mit ihrer Aufforderung zum Neubeginn drückt sich darin beispielhaft aus. Er bleibt ein Vorbild auch für Zeitgenossen. Er ist etwa Jasper Morrisons Lieblingsstuhl; er repräsentiert das, wofür er selbst einsteht.

Geändert haben wir am Entwurf sehr wenig, er entstand aus der Synthese der verschiedenen Produktionsvarianten, die wir zusammen mit Henriette Coray analysierten und bewerteten. Ihre Erfahrung war in diesem Prozess wichtig, wir stimmten alle Schritte mit ihr ab. Um heutige Normen und die Tatsache zu berücksichtigen, dass die Menschen heute im Schnitt grösser sind, wurden leichte Anpassungen vorgenommen. Am Charakter des Stuhls hat sich aber nichts geändert.

„EIN KLASSIKER IST UNSER ZEITGENOSSE, AUCH WENN ER AUS EINER ANDEREN ZEIT STAMMT. EIN KLASSIKER HAT DIE KRAFT, DURCH DIE ZEIT ZU GEHEN UND RELEVANT ZU BLEIBEN.“

Bilder:
Hans Baumgartner / Fotostiftung Schweiz, Roland Beck, Florian Böhm / AKFB, Marc Eggimann, Véronique Hoegger, Bettina Matthiessen