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Referenzen

"Seit wir in Schorndorf sind, kommen uns die Menschen viel lieber besuchen!" Das ist zumindest die Beobachtung der Agentur-Inhaber Thomas Joussen und Peter Karliczek. "Vielleicht liegt das an der besseren Erreichbarkeit, vielleicht am grossen Kundenparkplatz, vielleicht aber auch am guten Kaffee. Wer weiß. Wir vermuten allerdings, dass unsere neuen Räume auch Ihren Anteil daran haben."
Joussen Karliczek Agency in Schorndorf




Als die Amerikaner 1945 in Schorndorf einmarschierten, wählten sie den holprigen Weg über das Firmengelände der Rossgerberei Röhm. Die Spuren und Kratzer, die von den Kettenpanzern aufgrund zu enger Passagen hinterlassen wurden, sind sogar heut noch sichtbar. Damals war das Areal der Lederfabrik als Rüstungsbetrieb verzeichnet und die rauchenden Schornsteine standen als Symbol für arbeitsreiche Zeiten. Heute rauchen hier nur noch die Köpfe der neuen Mieter, die über innovativen Ideen brüten oder bahnbrechende Konzepte erarbeiten. Denn die Lederproduktion wurde 1973 eingestellt, der Komplex in den 90-er Jahren behutsam saniert, und bis zum heutigen Tag ist ein buntes Gemisch aus Einzelhandel und Büros entstanden. Anstatt der Gerber sind nun Künstler, Architekten, Handwerker und Designer in die Backsteingebäude eingezogen.
Eine der neuen Kreativwerkstätten bildet die Marketing-Agentur Joussen Karliczek, deren Inhaber sich vom Charakter des Ortes haben faszinieren lassen: Die von Ihnen bezogenen Räume bestechen durch eine klare Architektur, die – aufgelöst in einzelne Schichten und Transparenzen – mit dem historischen Gebäude trifft. Dabei gestaltete die ippolito fleitz group einen Ort, der industrielle und wohnliche Motive miteinander kombiniert.

Deutlich wird jenes Konzept bereits im Eingangsbereich: Ein repräsentativer, minimalistischer Tresen markiert den offiziellen Eingang. Gleich daneben befindet sich eine gemütliche Lounge, die mit offenem Kamin, einer Couch und grossen Sesseln zur gepflegten Konversation einlädt. So eröffnet die Agentur neben ihrem professionellen Habitus gleichwohl ihr Wohnzimmer und signalisiert dem Kunden ein sehr persönliches Verhältnis in ungezwungener Atmosphäre.
Vom Eingang wird der Blick frei auf den Arbeitsbereich, der sich durch eine Reihe frei stehender Stützen, eine Akustikdecke aus weissen Schaumstofflamellen und durch eine mit Nadelfilz bezogenes Podest abgrenzt.
In drei Zonen gegliedert, bietet er in jeder Einheit Platz für sechs Angestellte, wobei die Unterteilung über weit rausragende, cremefarben glänzende Raumteiler erfolgt. Durch ihren schwebenden Charakter wir zwischen den einzelnen Sektoren ausreichend Intimität geschaffen, ohne dabei jedoch den informellen Austausch zwischen den benachbarten Bereichen zu behindern.
Wenn es allerdings doch mal zu laut werden sollte, steht Schutzsuchenden in dem Raum zwischen Eingang und offenem Arbeitsbereich eine kleine Oase der Stille zur Verfügung. Das Büro, das direkt an das Archiv angrenzt bietet dabei ein Rückzugsort, der zwar abgeschottet, aber nicht vom Agenturgeschehen abgekapselt ist. Denn die Wände sind durch eine fast kulissenartige Fassade in verschiedenen Schichten – geschlossene Wände, transparente Flächen und vorgehängte, perforierte MDF-Paneele – aufgelöst.

Etwas abgeschieden, aber ganz und gar nicht isoliert ist dagegen der Sozialraum gestaltet. Als integraler Bestandteil des Agenturlebens präsentiert er sich offen und wirkt wie eine grosse Wohnküche – nicht zuletzt durch die Lampenwolke, die über dem ovalen Tisch an einer runden Spiegelfläche angebracht ist. Die an der Fassade entlang laufende Küchenzeile lässt sich im Notfall hinter einem Vorhang verbergen, so dass jener Bereich auch in einen grossen, wohnlichen Besprechungsraum transformiert und ein persönliches Vertrauensverhältnis zum Kunden aufgebaut werden kann. Den Abschluss finden die Räume der Agentur schliesslich im Übergang zum benachbarten Gebäudeteil, in den eine kleine Denkerzelle einbaut ist. Diese maximal vom Geschehen entfernte Sitzinsel komplettiert das Angebot an Besprechungssituationen: vom Kamingespräch über die Stehbesprechung, den „Round-Table“ bis hin zum diskreten Gespräch in den Büros der Geschäftsführer. Überall wechseln sich Arbeits- und Kommunikationsbereiche ab und die Schichtung der Räume, Einbauten und Spiegel lassen immer wieder spannende Perspektiven und Überlagerungen sichtbar werden. So ist die Agentur mehr Landschaft als starrer Raum und vor allem mehr als einfach nur Platz für Schreibtische…
Quelle: AIT 4-2008
Projektbeteiligte:
Bauherr/Auftragsgeber:
Agentur Joussen Karliczek
Einrichtungskonzept/Gestaltung:
ippolito fleitz group
Möbel für Lobby, Sitzmöbel Arbeitsplätze, Sitzmöbel Regeneration:
Chairholder GmbH & Co. KG
Elektroplanung/Licht/Instalationen:
Sowa Services
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